Dresdner Massagestudios vor dem AUS - Rettungsaktionen!

Liebe Gäste, Freunde und Wegbegleiter von Sinnesart

Die Umsetzung des bundesweit umstrittenen Prostituiertenschutzgesetzes stellt Dresdner Massagestudios vor das Aus. Auch Sinnesart, das größte Massagestudio Dresdens mit über 15-jähriger Tradition, ist betroffen. Allein hier sind 70 Stellen in Gefahr, abgesehen von den jährlichen Steuereinnahmen von rund 100.000 Euro allein auf Betreiberseite, die dem Staat durch die Schließung entgängen. Gemeinsam mit anderen Massagestudios hat Sinnesart das Aktionsbündnis „Finger weg!“ gegründet, um gegen die drohende Schließung und für den Erhalt der Massagevielfalt in Dresden zu kämpfen. 

Wir setzen nicht auf Konfrontation, sondern auf Aufklärung, zumal wir gemerkt haben, wie wenig über die Auswirkungen des Gesetzes bekannt ist. Wir suchen den Kontakt zu den Behörden, die über unsere Zukunft entscheiden, und wollen sie für kluge Entscheidungen im Sinne aller; Gäste, MasseurInnen und Betreiberinnen, gewinnen. 

Wir brauchen nun Ihre Unterstützung, um zu zeigen, dass es nicht um ein paar wenige Außenseiter geht, sondern um eine ganze Branche mit einer wichtigen Funktion für das emotionale, spirituelle und sexuelle Gleichgewicht in der Gesellschaft und mit einer wichtigen Aufklärungsfunktion.

 

Petition unterschreiben: Bitte unterstützen Sie unser Aktionsbündnis, indem Sie unsere Petition unterschreiben. Das dauert nur eine Minute und Sie können Ihre Stimme auch anonym abgeben, wenn Sie neben Ihren Angaben noch Ihr Häkchen bei "nicht veröffentlichen" setzen. Ihre Stimme zählt dennoch und hilft uns dabei, den Verantwortlichen zu zeigen, dass wir im Namen und im Interesse vieler Menschen handeln. Jetzt unterschreiben  I Petition teilen  I Petitionsbanner zum Teilen 

 

Informiert bleiben und Weitersagen: Abonnieren Sie unseren Newsletter zum Aktionsbündnis, mit dem wir Sie regelmäßig über den Stand der Dinge auf dem Laufenden halten. Je mehr Menschen von unserem Aktionsbündnis erfahren, umso besser. Wir freuen uns über jeden Unterstützer. Erzählen Sie Ihrem Umfeld gern von der aktuellen unhaltbaren Situation. Jetzt abonnierenNewsletter 1 I Newsletter 2 

 

AG Öffentlichkeitsarbeit: Wenn Sie mehr Informationen brauchen oder aktiv werden möchten - melden Sie sich an für unsere "Arbeitgruppe Öffentlichkeitsarbeit zur Rettung der Dresdner Massagestudios". Bitte sprechen Sie Ihr Kommen mit Katrin Laux ab, wir teilen Ihnen dann den kommenden Termin mit. Das Treffen findet Anfang März statt im Sinnesart Seminarzentrum auf der Buchenstr. 12.  Jetzt anmelden



Kontakt zu Stadträten: Die Landtagsabgeordneten beschließen das Sächsische Ausführungsgesetz, was hauptsächlich etwas aussagt über Zuständigkeiten und Kosten. Die Umsetzung allerdings obliegt den Kommunen. Hier sollten nun die Mitglieder des Dresdner Stadtrates einwirken können. Haben Sie Kontakt zu Stadträten? Können Sie uns weiterhelfen mit Informationen, wohin wir uns mit unserem Anliegen noch wenden könnten?

 

Kreative Lösungen gesucht: Wir bitten Sie um Ideen und Lösungsvorschläge für unsere Situation, die wir Ihnen nachfolgend am Beispiel einer KfZ-Werkstatt skizzieren. Die originellste Sendung veröffentlichen wir im nächsten Newsletter. Außerdem erhält der/die Glückliche einen Gutschein für eine einstündige Massage nach Wahl. Also stellen Sie sich bitte vor: Sie sind InhaberIn einer KfZ-Werkstatt mit einigen Angestellten. Eines Tages sagt man Ihnen: „Sie werden etwa die Hälfte Ihrer Angestellten verlieren, aber wir sagen Ihnen noch nicht, wann. Außerdem zahlen Sie künftig eine Konzession, aber wir sagen Ihnen nicht, in welcher Höhe. Sie müssen zudem verschiedene Umbauten vornehmen, aber wir sagen Ihnen nicht, bis wann dies zu erfolgen hat. Natürlich könnte es auch sein, dass Sie Ihre Werkstatt ganz schließen müssen, aber wir können Ihnen noch nicht sagen ob das passieren wird. Bis dahin zahlen Sie bitte weiterhin Ihre Steuern und warten Sie einfach ab.“ Wie würden Sie sich fühlen, wenn Sie Inhaber dieser Werkstatt wären? Was würden Sie tun? Wir freuen uns auf Ihre kreativen Ideen bis 28. Februar. Jetzt Lösungsvorschlag senden 

Geschichten schreiben: Hatten Sie ein besonderes Erlebnis mit einer sinnlichen Massage, was Ihnen persönlich geholfen hat? Schreiben Sie uns diese Geschichte oder noch besser: Bitten Sie damit die Stadträte für Gesundheit und Soziales darum, sich für den Erhalt unserer Berührungsangebote einzusetzen. HIER finden Sie Feedbacks unserer Gäste.

 

 

  • Persönliche Gespräche mit Vertretern aller Fraktionen im sächsischen Landtag
  • Öffentlichkeitswirksames Pressefrühstück am 25. Januar 2018 und Gespräche mit Vertretern der großen sächsischen Medien (Sächsische Zeitung, BILD Dresden, MDR, DNN, Wochenkurier etc.)
  • Stellung von 2 Sachverständigen im Sächsischen Landtag (Sozialausschuss) zur Anhörung zum Sächsischen Prostituiertenschutzausführungsgesetz am 9. Februar 2018
  • Was unseren BERUF wirklich ausmacht und von herkömmlicher Prostitution unterscheidet, tritt immer klarer zutage. Das stärkt unser Selbstbewusstsein.

Medienstimmen zu unserem Aktionsbündnis

  • 2018 | Sächsische Zeitung, 11.2. | Beitrag "Dresdner Prostituierte protestieren" | zum Beitrag 
  • 2018 | Dresdner Neueste Nachrichten, 9.2. | Beitrag "Viel Wirbel um den Schutz von Prostituierten" | zum Beitrag 
  • 2018 | taz die tageszeitung, 8.2. | Beitrag "Prostituiertenschutzgesetz in Sachsen: Massage nur noch mit Hurenausweis" | zum Beitrag
  • 2018 | MDR Aktuell, 7.2. | Beitrag "Neues Prostituiertenschutzgesetz: Prostituierte beklagen hohe Kosten, Kommunen fühlen sich allein gelassen" | zum Beitrag 
  • 2018 | MDR 1 Radio Sachsen, 6.2. | zu Gast in Sendung "Dienstags direkt" zum Thema "Sex gegen Geld" | zum Podcast
  • 2018 | Erosa.de - das schmuddelfreie Erotikportal, 2.2. | Beitrag "Wie das Prostitutionsschutzgesetz Studios für Sinnliche Massage zerstört" | zum Beitrag 
  • 2018 | Dresdner Neueste Nachrichten, 26.1. | Beitrag "Wo beginnt Prostitution: Massagestudios starten Petition gegen Prostituiertenschutzgesetz" | zum Beitrag 
  • 2018 | Wochenkurier, 26.1. | Beitrag "Massage komplett: Prostitution oder nicht?" zu den Auswirkungen des Prostituiertenschutzgesetzes für Sinnesart | zum Beitrag 
  • 2018 | Sächsische Zeitung, 24.1. | Beitrag "Plötzlich Prostituierte" zu den Auswirkungen des Prostituiertenschutzgesetzes für Sinnesart | zum Beitrag 

Die zuständigen Ministerien und die politischen Vertreter der Stadt Dresden sollten nach einer Lösung Ausschau halten, die das Fortbestehen der Massagestudios ermöglicht. Noch ist eine solche Lösung nicht in Sicht. Dabei bescheinigen uns alle, mit denen wir bisher gesprochen haben, dass das Gesetz nicht ursächlich auf uns abziele - die Schließung der Studios sei quasi ein "Kollateralschaden". Den könne man nicht verhindern, zumal unsere Existenz nur eine Nische darstelle. Das sehen wir nicht so! Es gibt durchaus noch Gestaltungsmöglichkeiten, um die sich Entscheidungsträger anscheinend nur bemühen, wenn wir deutlich machen, was alles auf dem Spiel steht und wie groß der Nutzen unserer Arbeit für die Bevölkerung ist. Folgende Lösungsansätze sehen wir:

1. Die Dresdner Sperrgebietsverordnung könnte eine Ausnahmeregelung für „stilles Gewerbe“ enthalten für die „Umkreisregelung“ (§2 Abs.1b) - mehr Infos dazu HIER. Normalerweise dürfen sich in einem 200 Meter-Umkreis um ein Studio (außerhalb des eigentlichen Sperrgebietes) keine Schulen, Kindereinrichtungen, Altenheime, Friedhöfe u.ä. befinden. Das macht es in Dresden unmöglich, für ein Studio die künftige Erlaubnis zum Betreiben zu erhalten. Mit einer Ausnahmeregelung könnten wir voraussichtlich die Konzession erhalten. Hierfür müsste das Innenministerium tätig werden.

2. Wir fordern, dass keine Kosten erhoben werden. Geplant sind Kosten für die Konzession sowie für die Zwangsberatungen der MasseurInnen. Dies könnte es erforderlich machen, die Preise anzuheben oder die Studios zu schließen. Die Kostenregelungen, vor allem die Betreiber-Konzessionen betreffend, konnten wir bisher nicht in Erfahrung bringen. Aus unternehmerischer Sicht unzumutbar und für jede andere Branche undenkbar!

3. Müssen sich Masseurinnen, die keinen Sexualverkehr durchführen und absolut selbstbestimmt arbeiten, wirklich als Prostituierte registrieren lassen? Auch dies könnte mit gutem Willen anders geregelt werden, wie Beispiele anderer Städte zeigen. Die meisten unserer Masseurinnen und Masseure üben ihre Tätigkeit nebenberuflich aus, z.B. als Studierende. Für die spätere Berufswahl oder den jetzigen Beruf bzw. die Karriereplanung kann eine solche Registrierung verheerende Folgen haben. Hier ist nicht die Anmeldung der Tätigkeit als solche gemeint. All unsere MasseurInnen haben ihre Tätigkeit gewerblich oder freiberuflich angemeldet, z.B. als Entspannungsmasseurin, und zahlen Steuern.

Sinnesart leistet als „Zentrum für Berührungskunstseit“ seit 15 Jahren einen wichtigen gesellschaftlich-kulturellen und finanziellen Beitrag. Die Angebote werden mittlerweile von Ärzten, Therapeuten und anderen Berufsgruppen empfohlen, weil Ganzheitlichkeit und wohltuende und förderliche Aspekte im Vordergrund stehen. Massagegäste und Veranstaltungsteilnehmer sind Singles wie Paare sowie Frauen und Männer jeden Alters aus ganz Deutschland und dem Ausland. 

Außerdem führt das Gesetz in seiner jetzigen Ausführung zu weiteren Schwierigkeiten: 

  • Arbeitslosigkeit: Durch die Schließungen der betroffenen Massagestudios verlieren über 100 Masseurinnen und Masseure teilweise oder ganz ihre Existenzgrundlage und müssen mit Steuergeldern unterstützt werden. Außerdem gehen dem Staat erhebliche Steuereinnahmen verloren.
  • Stigmatisierung: Die verbleibenden Masseurinnen und Masseure, die gut ausgebildet sind in der Kunst der Massage und keinen Sexualverkehr anbieten, müssen sich dennoch als „Prostituierte“ registrieren und - ebenso wie Prostituierte - stigmatisieren lassen.
  • Zunehmende Illegalisierung: Existieren die Studios nicht mehr und können daher Dresdner Masseurinnen und Masseure nicht mehr legal in ihrer Stadt arbeiten, stellt sich die Frage, wer künftig diese Lücke schließt. Es ist zu befürchten, dass zweifelhafte und intransparente Angebote auf den Markt drängen, die unserer Stadt eher schaden.