Ethik Sinnesart

Die Arbeit mit einem Thema, von dem so viele Anteile ein Schattendasein führen, tabu sind oder verdrängt wurden wie das bei „Sexualität“ der Fall ist, konfrontiert uns automatisch auch mit unseren eigenen „unerlösten“ Themen. Damit haben wir als MitarbeiterInnen von Sinnes-art eine einmalige Chance für unsere persönliche Entwicklung, die sich in kaum einem anderen Berufsfeld  so bietet. Umso wichtiger ist uns eine klare Sicht auf die Dinge; eine klare Absicht für unser Tun. Auf dieser Seite finden Sie unsere ethischen Richtlinien. Vielleicht lösen sie Resonanz bei Ihnen aus?

(Mit allen weiblichen oder männlichen grammatikalischen Formen sind immer beide Geschlechter gemeint.)

Unternehmenszweck Sinnesart

... allgemein

Sinnesart trägt mit seinen verschiedenen Abteilungen dazu bei, dass Sexualität als eine Quelle der Kraft und Inspiration auf allen Ebenen des Seins erfahren werden kann, dass Wissen über ihre vielfältigen Möglichkeiten verbreitet und erfahrbar wird und dass Missverständnisse und Leid in sexuellen Beziehungen vermieden werden.

...für den Massagebereich

Im Mittelpunkt unseres Tuns steht der Mensch, Massage ist das hauptsächliche Mittel der Umsetzung unserer Ziele. Wir offerieren nicht nur Massage-, sondern eher „Beziehungs- und Erfahrungsangebote“. Wir betrachten den Körper als „Tempel der Seele“. Mit unserer Arbeit verfolgen wir weitaus mehr Ziele als unseren Lebensunterhalt zu sichern. Wir betrachten die Arbeit als Quelle der Selbsterkenntnis und als Möglichkeit, einem höheren Sinn zu dienen, der sich für jede MitarbeiterIn individuell gestaltet.

Folgende Werte sind uns wichtig, nach ihnen richten wir unser Tun aus:

(Wohl wissend, dass niemand perfekt ist und dies auch zum „großen Plan“ dazugehört.)

Vertrauen & Offenheit

Wir gehen davon aus, dass unsere Gäste in friedlicher Absicht kommen. Wir gehen davon aus, dass jeder Mensch in jedem Moment das für seine Fähigkeiten und Möglichkeiten Beste und Sinnvollste tut, was er tun kann. Wir begegnen jedem Menschen unvoreingenommen und mit Vertrauen und Offenheit. Wenn unsere innere Stimme uns etwas anderes empfiehlt, so kommunizieren wir dies.

Klare, schuldfreie, ehrliche Kommunikation

Wir stellen uns mit der Art und Weise unserer Kommunikation auf unser Gegenüber ein, drücken uns klar und verständlich aus. Wir sind immer offen für einen Dialog, auch wenn er uns in Frage stellt. Wenn Kommunikation misslingt, liegt es niemals nur an einer Person. Wir stellen nicht die Schuldfrage, sondern sehen ein Missverständnis als Herausforderung, unsere kommunikativen Fähigkeiten zu verbessern. Wir haben den Mut, auch Dinge anzusprechen, die zwar unangenehm sind, aber doch gesagt werden sollten. Wir treten anderen so klar wie möglich gegenüber.

Verlässlichkeit, Glaubwürdigkeit

Wir halten uns an unsere Versprechen. Wir präsentieren unsere Angebote so, dass wir damit absolut glaubwürdig sind, indem wir z.B. Fakten nicht „frisieren“.

Wissen, Weisheit, Integrität

Wir wissen darum, dass die Schöpferkraft Vielfalt geschehen ließ und sehen das als sinnvoll an. Somit fällt es uns leicht, jeden Menschen so zu respektieren, wie er momentan ist. Wir begreifen unser Leben als einen ewigen Lernprozess und übernehmen die Verantwortung für unsere Gefühle. Wir wissen, dass es im Leben Paradoxe gibt und beginnen sie zu genießen. Wir suchen eher das „Sowohl-als-auch“ statt eines „Entweder-oder“. Wir wissen um Schnelllebigkeit und ständige Veränderung und schöpfen Kraft aus einem Feld der Stille und des inneren Wissens, was jedem von uns zugänglich ist.

Ermächtigung bei Beratung & Zuhören

Wir können einen Menschen nur soweit begleiten, wie wir selbst gegangen sind. Das Wichtigste für eine Zuhörzeit oder Beratung ist, dass wir als Menschen ehrlich und authentisch bleiben und keine „Fachkraft“ raushängen lassen. Das Wichtigste in der Begegnung mit Menschen sind nicht Ratschläge, sondern dass wir einen Raum der Stille schaffen, so dass ein anderer sich entspannen kann. Im entspannten Zustand kann er/sie wieder auf die innere Stimme hören. Wir gehen davon aus, dass jeder Mensch am besten über sich selbst Bescheid weiß und im tiefsten Inneren die Antworten auf die wesentlichen Fragen kennt. Wir sind nicht dazu berufen und befugt, die Fragen eines anderen zu lösen, sondern ihn selbst dazu zu befähigen.

Liebe

Unsere Arbeit ist „liebe-voll“ in dem Sinne, dass Liebe die Basis für alles Leben auf der Erde ist. Wir dienen mit unseren Gedanken und Handlungen im Zweifelsfall immer der Liebe. Das kann auch heißen, in einem Konflikt nicht immer recht haben zu müssen und im Gegenüber unendliches Potential an Möglichkeiten wahrzunehmen. Wir lassen ebenso Selbstliebe walten, indem wir z.B. unsere Grenzen kennen, erforschen und wahren und indem wir uns in erster Linie ebenfalls so akzeptieren wie wir im Moment sind, ohne stets an uns selbst herumzumäkeln.

Empathie & Akzeptanz

Wir wissen, dass jeder Mensch in jedem Moment das tut, was ihm auf Grund seiner Biografie, seiner Weltanschauung und all der Faktoren, die einen Menschen formen, als das Beste und Sinnvollste erscheint. Wir versuchen daher, bei Konflikten zuerst bei uns zu schauen und niemandem zu unterstellen, dass er/sie uns etwas „Böses“ will. Wir versuchen also, die Intelligenz im System des Lebens zu erkennen, was manchmal nur mit Hilfe anderer, aus einer höheren Perspektive oder mit Hilfe von Supervision gelingt.

Gewaltfreiheit

Wir verabscheuen jede Form von nicht einvernehmlicher Gewalt, sowohl körperlich als auch verbal. Jede/r hat das Recht, einen gewaltfreien Umgang zu fordern. Im weiteren Sinn gehört zu Gewalt auch Herabsetzung, Beleidigung oder Bedrohung. Wir unterstützen alle, die sich Gewalt widersetzen und machen andere darauf aufmerksam, wenn sie (auch sich selbst gegenüber) nicht gewaltfrei kommunizieren.

Weltanschauliche Neutralität

Kein Mensch wird von uns auf Grund seiner Weltanschauung abgelehnt oder missioniert. Unsere jeweilige eigene Weltanschauung drückt sich (nur) durch die Art der Zuwendung oder durch unsere Persönlichkeit  aus - sollte aber nicht dazu führen, dass wir sie anderen ungefragt aufdrängen. Wir verzichten auf Belehrungen und Dogmen.

Individualität der Angebote, Verantwortung für den Ablauf

Unsere jeweiligen Angebote leben vom Geist der Praktizierenden. Rituale oder Zeremonien gestalten wir so, dass Gäste dadurch möglichst nicht kompromittiert werden. Trotzdem sollte gerade hier Raum sein für das Sichtbarwerden der eigenen weltanschaulichen Ansichten der "ZeremoniemeisterIn". Grenzerfahrungen zu ermöglichen gehört zu unserem Tun. Wir wissen, dass das manchmal eine Gratwanderung ist und handeln daher mit der allergrößten Verantwortung für die Gesamtsituation, die uns zur Verfügung steht.

Qualität, Kompetenz, Professionalität

Wir streben eine hohe Qualität unserer Angebote an. Das bedeutet:

  1. Wir erweitern unser Wissen und unsere Fähigkeiten ständig durch Weiterbildungen, Austausch im Team (kollegiale Fachsupervision) und Selbsterfahrung. Wir bemühen uns auch um größtmögliche Professionalität, indem wir die (soziale, spirituelle...) Rolle der Masseurin so authentisch wie möglich ausfüllen und 100% bei der Sache sind. Wir bemühen uns, in allen Bereichen unserer Arbeit eine möglichst hohe Kompetenz und Meisterschaft zu erlangen. Wenn uns Wissen, Ausbildung oder Erfahrung fehlen, kümmern wir uns schnell, konstruktiv und wirksam darum.
  2. Wir tun aktiv etwas dafür, dass wir uns geistig und körperlich fit halten. Was wir weitergeben, haben wir schon mal annähernd am eigenen Leib erlebt. Wir sind an Feedback interessiert und reflektieren uns. Wir kommunizieren ehrlich unsere Kompetenzgrenzen und bemühen uns gleichzeitig, diese ständig zu erweitern, indem wir bestrebt sind, dazuzulernen.
  3. Wir wissen, dass nicht allein Wissen oder Fertigkeiten für die Qualität unserer Angebote ausschlaggebend sind. Unsere Gäste können sich nur soweit fallen lassen, wie der Raum sicher ist, den wir zur Verfügung stellen und halten können. Dies wiederum hängt ab von der Fähigkeit zu Empathie, Mitgefühl und Authentizität – kurz von der Entwicklung unserer Persönlichkeit.

Gutes Teamklima

Wir wissen, dass ein Übermaß an „Dampf ablassen“ andere nur nervt. Wir benennen Probleme nur dann, wenn wir bereit sind, etwas zur Lösung beizutragen. Wir kommunizieren wichtige Informationen und Feedback immer direkt mit den Menschen, die es tatsächlich betrifft. Wir wissen, dass unser Miteinander ein wunderbares Lernfeld ist, aber vor allem ein Feld für Unterstützung. Wir teilen unsere Gaben und Fähigkeiten gern miteinander, um auch auf diese Weise dem Wahren, Guten und Schönen zu dienen.

Offenheit für verschiedenste Formen von Sexualität

Sexualität ist für uns etwas Natürliches und Heiliges zugleich. Wir sind offen gegenüber allen einvernehmlichen Spielarten, sexuellen Orientierungen, Neigungen und Identitäten. Wir achten daher auch, wenn sich jemand „nichtheilig“ ausdrückt oder „profane“ Bedürfnisse äußert – in dem Wissen, dass es in unserer Kultur kaum positive Referenzbeispiele gibt für würdevollen „heiligen Sex“. Das Bedürfnis nach Sexualität ist nicht etwas, wofür oder wogegen sich ein Mensch entscheidet, sondern es ist ein angeborenes, quasi „unverhandelbares“ Grundbedürfnis. Für die Ausformung und Umsetzung ist zwar jede/r Einzelne verantwortlich, aber ohne sexuelle Bildung im gesellschaftlichen Maßstab gibt es oft keine sonderlichen Wahlmöglichkeiten.

Respekt vor dem Wunsch nach gegenseitigen Berührungen

Oft ist der Wunsch eines Gastes, selber zu berühren, zu umarmen oder gehalten zu werden ebenso stark wie der Wunsch, passiv berührt zu werden. (Vergleichbar mit dem Wunsch zu lieben, der oft noch größer ist als geliebt zu werden.) Da wir als MasseurInnen selbst gern berühren, haben wir dafür Verständnis. Jede MasseurIn entscheidet selbst, ob sie Berührungen zulässt. Wenn sie sich dafür entscheidet, dann mit Respekt vor dem Bedürfnis des Gastes und im Wissen um die und im Respekt vor den eigenen Grenzen.

Sexuelle Unabhängigkeit und Nicht-Verstrickung

Unsere Angebote zielen darauf ab, die Integrität der Gäste zu erhalten und zu verbessern. Sexuelle Abhängigkeiten dulden wir nicht und wirken ihnen entgegen in dem Wissen, dass z.B. „Sexsucht“ eine ernstzunehmende Krankheit darstellt. Wir sprechen an, wenn wir das Gefühl haben, ein Gast gerät in ungute, ihn beschränkende Abhängigkeit und suchen gemeinsam nach kreativen Lösungen, wozu das Weiterverweisen an Beratungsstellen gehören kann.
Wir gehen keine sexuellen Verstrickungen mit Gäste ein, weder im Rahmen von Prostitution noch privat. Wir bleiben sehr wach, was unsere eigenen Bedürfnisse nach Nähe, Zuwendung und Berührung betrifft. Wir suchen nach Wegen, sie außerhalb der Arbeit zu erfüllen, damit wir (auch energetisch) im Geben verankert und in unserer Mitte bleiben. Die Qualität unserer Arbeit hängt davon ab, wieweit wir selbst genährt und großzügig sind, um aus dem Herzen geben zu können.

Freundlichkeit

Freundlichkeit ist die Basis dafür, eine gemeinsame Ebene zu schaffen, auf der Vertrauen gedeihen kann. Wir reflektieren, wie unsere Stimmung auf andere wirkt und fragen uns, ob wir uns immer so verhalten, dass ein anderer gern in unserer Nähe ist. Wir strahlen Freude und Wohlwollen aus, so dass sich andere in unserer Anwesenheit wohl fühlen und zu entspannen beginnen. Wir schätzen Humor, Einfachheit und Natürlichkeit. Wir kultivieren Lebendigkeit und Freude.

Sauberkeit

Sauberkeit ist das äußere Zeichen von Würde und Respekt unseren Gästen und uns selbst gegenüber. Wir gehen mit gutem Beispiel voran, damit unsere Arbeit außen wir innen „sauber bleibt“. Wir legen Wert auf ein ästhetisches Erscheinungsbild und feiern damit auch die Besonderheit des Augenblicks der Begegnung.

Transparenz der Dienstleistung

Dienen hat nichts unterwürfiges, im Gegenteil; einer großen Sache dienen macht uns zu Schöpfern und zu liebenden Wesen. Wir kommunizieren klar, worin unsere Dienstleistung besteht und legen daher Wert auf ein ehrliches Vorgespräch. Die Regeln unserer Arbeit sollten für die Gäste transparent und verständlich sein.

Verantwortlicher Umgang mit Emotionen

Wir übernehmen die Verantwortung dafür, dass wir nicht auf irritierenden Emotionen sitzen bleiben und länger als 15 Minuten darunter leiden. Wir bemühen uns um Ehrlichkeit, weil das Bewusstheit, Mut, Offenheit und Wachstum fördert. Menschen, die „Knöpfe drücken“, betrachten wir als wertvolle Chancen.

Diskretion

Alles, was zwischen Gast und MasseurIn besprochen wird, wird verschwiegen und vertraulich behandelt. Soll eine Begebenheit Thema einer Supervison sein, so sorgen wir bei der Fallbesprechung dafür, dass die Identität des Gastes nicht erkennbar ist. Wir organisieren unsere Arbeitsabläufe so, dass der Gast keiner anderen Person als der unmittelbar zuständigen begegnet.